Während einer kürzlichen Fluggesellschaftsprüfung in Nordamerika fragte ich, warum alle Versender und Spediteure immer noch gedruckte Exemplare der Gefahrguterklärung versenden. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, dass einige Kunden elektronische Gefahrguterklärungen (eDGD) versenden, aber dass viele Teile der Lieferkette, einschließlich der Bodenabfertiger, immer noch auf einer physischen Kopie bestehen und Kopien der eDGD ausdrucken, wenn sie die Sendungen erhalten.
Was müssen wir tun, um uns zu ändern?
Der Messaging-Standard für eDGD wurde 2018 finalisiert, und die weltweit erste Gefahrgutsendung mit eDGD wurde am 13. September 2018 von Abbot Diagnostics vom Frankfurter Flughafen nach Mexiko-Stadt mit einem Lufthansa Cargo Flug versendet.
Während meiner Zeit als Dangerous Goods Standards Manager bei der IATA in Genf hatte ich die Ehre, mit einem engagierten Expertenteam von Lufthansa Cargo, Air France Martinair, KLM Cargo, Swiss Cargo und CargoLogic an der Entwicklung des Nachrichtenstandards für das eDGD mitzuwirken. Der IATA eDGD Standard und der Implementierungsleitfaden sind für die Branche frei verfügbar. Ein Artikel in Aircargo News über die IATA WCS 2019 in Singapur hebt eine von mir moderierte Podiumsdiskussion hervor, um die Vorteile des eDGD zu erörtern (Bild von DVV Media lizenziert). Die Botschaft schien auf taube Ohren zu stoßen.
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Die Erstellung von Gefahrgutdokumenten mithilfe digitaler Systeme hilft, die Einhaltung von Vorschriften zu verbessern und Fehler und Ablehnungen zu reduzieren, wodurch sich Lieferverzögerungen und unnötige zusätzliche Nachprüfungsgebühren verringern. Die eDGD kann auch direkt in das IATA Dangerous Goods Autocheck-System integriert werden, wodurch der gesamte End-to-End-Lieferkettenprozess wesentlich effizienter wird.
Vielleicht können wir eine Lehre daraus ziehen, wie Fluggesellschaften mit Bordkarten für Passagiere umgehen. Viele Fluggesellschaften verlangen eine Gebühr für den Ausdruck einer Bordkarte am Flughafen. Ab dem 12. November 2025 stellt Ryanair, die größte Fluggesellschaft Europas, vollständig auf digitale Bordkarten um, was bedeutet, dass Passagiere keine zu Hause ausgedruckten Bordkarten mehr verwenden können.
Gut 7 Jahre nach der ersten eDGD-Sendung werden weltweit immer noch über 95% aller Gefahrgutsendungen auf dem Luftweg mit Papieren des DGD versandt. Das ist eine verpasste Gelegenheit und sehr frustrierend, wenn man die ganze Arbeit hinter den Kulissen sieht, um die eDGD zu ermöglichen.
DHL, FedEx, UPS, DSV, Kühne & Nagel, Expeditors, DNATA, WFS, Swissport, etc. und alle Fluggesellschaften weltweit – Worauf wartest du noch? 